Wollten wir wirklich wissen, was mit unseren Fotos passiert?

2,5 Millionen Bilder pro Tag produzieren Benutzer weltweit pro Tag, die dann in irgendwelchen CloudDiensten landen. Diese enorme Bilderflut konzentriert sich auf die Zentren der technologisch hoch entwickelten Zivilisation. Während ganze Regionen der Welt also unbeobachtet bleiben, wird von wichtigen Plätzen alle paar Sekunden ein Bild gemacht, manche überlappen sich direkt. Menschen werden dabei häufig auch als Passanten im Hintergrund mit abgelichtet.

Dies alles ist eine schier unglaubliche Datenbasis, einer Omnipräsenz gleich. Könnte man die Daten kombinieren, ließen sich nicht nur viele Plätze überwachen, sondern auch das Verhalten vieler Personen überwachen, die selbst nicht einmal ein SmartPhone besitzen. Man könnte sehen, wo und wann sie auf den Schnappschüssen anderer Menschen auftauchen, mit wem sie unterwegs sind und wie sie dabei wirken. Sind sie glücklich, gestresst, traurig. All das kann heutige Software aus den Bildern automatisch herauslesen. Es erkennt Gesichert wieder und kann sie anderen Bildern zuordnen.

Wer bislang dachte, dass der Datenschutz dafür Sorge tragen würde, dass kein Fremder und keine Unbefugter die Bilder in die Finger bekommt, der wurde von den neuesten Enthüllungen dieser Woche eines besseren belehrt. Viele der CloudSpeicher für Fotos wurden einzig und allein mit dem Ziel angelegt, Menschen dazu zu verleiten, hier freiwillig ihre Schnappschüsse abzulegen. Es war ein Köder und die Gesellschaft hat ihn bereitwillig geschluckt, um sich fortan selbst zu überwachen. Datenschutz greift dort nicht mehr, wo die Befugnisse von Geheimdiensten ihn außer Kraft setzen, ohne dass wir davon erfahren würden.

Aber sollen wir den Enthüllern dieser Informationen wirklich dankbar sein? Wollten wir tatsächlich davon erfahren oder wäre es uns nicht viel lieber gewesen, dass wir uns weiterhin in Sicherheit wiegen können? So wie die Men in Black, die unsere naive Vorstellung von der Welt bewahren, indem sie uns im Glauben lassen, dass es keine bösen Außerirdischen gäbe.

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